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Epithetik
Was ist Epithetik?
Wegen der großen Bedeutung des Gesichts für die Persönlichkeit des Menschen
werden ausgedehnte Gesichtsdefekte nach angeborenen Fehlbildungen, Traumata
oder Tumoroperationen als deutliche Entstellung und schwere psychische
Belastung empfunden. Die Wiederherstellung von Personen die einen Teil ihres
Gesichts verloren haben stellt eine große Anforderung an den Epithetiker dar.
Die epithetische Versorgung des Patienten ist ein wichtiger Schritt zur
Rehabilitation und Wiedereingliederung in sein soziales Umfeld. Fortschritte in der
Technik der Epithesenherstellung und der Werkstoffe, sowie die Möglichkeit
Implantate zur Befestigung einzusetzen, haben dazu beigetragen, dass der
Epithetiker dieser Aufgabe immer besser gerecht werden kann. Man schafft es
inzwischen mittels Epithesen eine Optik zu erzielen, die dem ursprünglichen,
natürlichen Aussehen in vielen Fällen sehr ähnlich kommt. So ist es dem
Epithetiker möglich auch schwerstverletzt oder tumorkranke Personen wieder in
das tägliche Leben zu integrieren, so dass sich der Patient wieder als Mensch unter
Menschen fühlen kann.
Die Schaffung einer neuen Identität, eines neuen Gesichts für den Patienten fordert
die Hilfe sowohl des Epithetikers als auch die des Patienten selbst. Bei der
Anfertigung einer Epithese ist es wichtig, dass eine Art "Partnerschaft" zwischen
Epithetiker und Patient aufgebaut wird. Nur so ist eine gute Problemlösung möglich.
Es ist notwendig, dass beide Seiten verstehen, was gewünscht wird und was zu
verwirklichen ist. Der Patient sollte klar seine Wünsche und Vorstellungen, aber
auch seine Ängste in Bezug auf die Epithese äußern, wohingegen der Epithetiker
versuchen sollte zu erklären, was er zu verwirklichen erwartet, wo Probleme
auftauchen können und wie man diese bewältigen kann.
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